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„Expressive Sandarbeit ist eine kulturübergreifende, nonverbale Methode. Sie wendet sich an die selbstheilenden Kräfte im Kind und verzichtet bewusst auf eine Verbalisierung oder Interpretation des spielenden Geschehens.“

www.sandwork.org

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Die ehrenamtlichen Begleiter*innen, in deren Beisein das Kind im Sand arbeitet, fühlen sich in der Gruppe ebenfalls gehalten und unterstützt.

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Expressive Sandarbeit ist ein stabilisierendes Spielangebot und unterscheidet sich von therapeutischen Angeboten.
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Die Expressive Sandarbeit ist ein stabilisierendes Gruppenangebot und bietet psychisch belasteten Kindern einen sicheren und zugleich freien Raum, in dem die selbstheilenden Kräfte aktiviert und die Resilienz der Kinder gestärkt werden können. Diese zertifizierte Methode verzichtet bewusst auf eine Verbalisierung und ermöglicht dadurch, ohne hindernde Sprachbarrieren stabilisierend wirksam zu werden.

Mit Hilfe eines Sandkastens, verschiedenster Materialien und Spielfiguren können die Kinder im Beisein ehrenamtlich Engagierter innerseelisches Erleben im Sand ausdrücken. In jedem Durchlauf nehmen bis zu zwölf Kinder teil. Ein Durchlauf umfasst zwölf wöchentliche Termine. Pro Jahr finden zwei Durchläufe statt.

Eva Pattis Zoja, Psychoanalytikerin mit Sitz in Mailand, hat die Methode der Expressiven Sandarbeit entwickelt. Inzwischen wird sie in zehn Ländern auf vier Kontinenten erfolgreich durchgeführt. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der International Association for Expressive Sandwork® (IAES).

Eine zentrale Rolle im Projekt spielen die ehrenamtlichen Begleiter*innen. Jede begleitende Person ist während eines Durchlaufs für jeweils ein Kind da. Sie schenkt dem Kind wohlwollende Aufmerksamkeit, ohne dabei mit dem Kind zu sprechen. Deshalb ist es wichtig, Zeit für alle zwölf Termine eines Durchlaufs mitzubringen. Vor Beginn erhalten alle begleitenden Personen eine mehrtägige Schulung durch erfahrene Trainerinnen. Darüber hinaus findet im Anschluss an jeden Sandspieltermin Intervision in der Gruppe der Engagierten und regelmäßig Supervision durch eine Trainerin der IAES statt. Nach einem Durchlauf besteht die Möglichkeit, sich als begleitende Person zertifizieren zu lassen. Bei der Expressiven Sandarbeit handelt es sich um ein stabilisierendes Gruppenangebot. Es ist kein therapeutisches Angebot, weshalb berufliche Erfahrungen im therapeutischen Bereich als ehrenamtliche Begleiterin nicht erforderlich sind. Für den Einsatz mit den Kindern ist ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis erforderlich. Die Ausstellung des Führungszeugnisses ist im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit kostenfrei.

Auch im Gemeinschaftsraum, wo sich die Kinder vor und nach dem Sandspiel aufhalten, werden Engagierte benötigt. Die innere Haltung im Gemeinschaftraum unterliegt den gleichen Regeln wie im Sandspielraum. Auch hier wird für die Kinder ein sicherer und zugleich freier Raum geschaffen. Der Unterschied ist nur, dass hier mit den Kindern gesprochen wird. Es werden keine Spiel- oder Bastelaktionen angeboten, aber auf Initiativen der Kinder, z.B. gemeinsam zu spielen, eingegangen. Die Kinder benötigen diese Zeit, um sich auszuruhen oder auch um wieder in Bewegung zu kommen. Im Gemeinschaftsraum entsteht dadurch für die Kinder ein Übergang in den Alltag, wo sie körperlich und seelisch genährt werden.

Hintergrund 

Im Laufe ihrer Entwicklung durchlaufen Kinder unterschiedliche Phasen, die auch mit Verunsicherungen und Krisen verbunden sein können. Diese sind kein Ausdruck von Schwäche, von Fehlverhalten oder Unwille. Sie zeigen, dass Kinder in einer immer komplexer werdenden Welt mit Herausforderungen konfrontiert sind, für die sie nicht immer Lösungsmöglichkeiten finden. Den betroffenen Kindern stehen dann keine Bewältigungsmöglichkeiten zur Verfügung und sie benötigen Unterstützung. 

Psychische Belastungen im Kindesalter haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Fast jedes vierte Kind leidet aktuell unter psychischen Belastungserscheinungen. Die Zahl der Kinder, die psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt erleben, wächst weiter. Problematischer Medienkonsum, sowie Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen sind deutlich angestiegen. 

Äußere Faktoren wie Belastungen durch die Erfahrungen in der Pandemie, das Erleben von Kriegen, Verlust von Familienangehörigen, Unfälle und die Zukunftsängste in Bezug auf Klima- und Wirtschaftskrisen können zu psychischem Stress führen. Familiäre Konflikte wie hochstrittige Eltern, Trennungen und ein hoher sozialer Anpassungsdruck verunsichern zudem viele Kinder.

Ziele

Kinder werden mit körperlichen und psychischen Selbstheilungskräften geboren. Dies gilt es zu erkennen und zu unterstützen. Der Verein „hopeful – Heilsame Spiel:Räume e.V.“ arbeitet aktuell mit der Methode der Expressiven Sandarbeit, welche die Selbstregulation und die Selbstheilungskräfte der Kinder fördert. 

Der Verein wurde 2025 von einer Gruppe bürgerschaftlich Engagierter gegründet, die zuvor die Methode der Expressiven Sandarbeit im Rahmen eines Projekts über zwei Jahre erfolgreich erprobt hat.

Somit schafft der Verein „hopeful – Heilsame Spiel:Räume e.V.“ Kindern heilsame, freie und zugleich geschützte Spiel:Räume und fördert die Begegnung zwischen unterschiedlichen Kulturen. Es wird ein Gruppenangebot geschaffen, in dem die Beziehungsfähigkeit gefördert und ein friedvolles Miteinander erfahren werden kann.

Durch das Erleben von Gemeinschaft und die Erfahrung, etwas bewirken zu können, entsteht Hoffnung, dass es besser werden kann. Erst wenn Menschen Gewalterfahrungen überwunden und verarbeitet haben, sind sie wieder frei für ein friedliches Miteinander. Die friedliche Verbindung von Menschen ist der einzige Weg, Frieden zu bewirken.

Der Verein plant in Zukunft auch Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen von Einzel- und Gruppenangeboten für Eltern und Familien.

Zielgruppe

Die Expressive Sandarbeit hat bereits vielen Kindern aus Deutschland und der ganzen Welt in den unterschiedlichsten Situationen geholfen. Für folgende Kinder kann die Expressive Sandarbeit eine Unterstützung sein. 

Kinder

  • aus Familien oder Gemeinschaften, die sozial gefährdet sind.
  • Kinder, die Situationen erlitten haben oder erleiden, die eine Posttraumatische Belastungsstörung verursachen könnten (z.B. Misshandlung, Missbrauch, Vernachlässigung).
  • Kinder mit emotionalen Schwierigkeiten wie Aggression, Isolationstendenz, Angstneurose, Depression und psychosomatischen Störungen.
  • Kinder, deren Entwicklungspotential durch schwierige Umstände ihres Aufwachsens eingeschränkt oder gefährdet sind.
  • Unproblematische Kinder, die eine Erfahrung machen möchten.

Netzwerkpartner*innen

Wir arbeiten bereits erfolgreich zusammen mit:

  • Erziehungshilfestellen
  • Schulsozialarbeit
  • Schulpsychologischem Dienst
  • Erziehungsberatungsstellen
  • Psychologischen Beratungsstellen
  • Sozialem Dienst
  • und freuen uns über weitere Netzwerkpartner*innen

Förderer

Zur Verstetigung unserer Arbeit und Unterstützung bis zur Vereinsgründung hat uns der Integrationsfond und die Bürgerstiftung der Stadt Esslingen als Gruppe ehrenamtlich Engagierter finanziell unterstützt.